Ambulante Krankenpflege Berlin e.V.

  Ambulante Krankenpflege Berlin e.V.

 

Geschichte und Entwicklung

Die Anfänge

1981 war ein bewegtes Jahr in Berlin, viele Menschen suchten eine Alternative der Lebens- und Arbeitsgestaltung. So gründete eine Gruppe von Krankenschwestern und Krankenpflegern den AKB e.V., um ihre Vorstellungen von menschlicher Pflege und selbstverwalteter Arbeit zu verwirklichen.

In intensiven Diskussionen wurden Konzepte für die Pflege und Strukturen für die Selbstverwaltung erarbeitet. Die Satzung wurde geschrieben, der Verein gegründet und die Gemeinnützigkeit beantragt. Zum 1. Januar 1982 wurden ein Abrechnungsverträge mit den Krankenkassen unterschrieben, die praktische Arbeit konnte losgehen. Die ersten PatientInnen wurden noch in Schöneberg, Kreuzberg und Neukölln versorgt.

Zu Beginn befanden sich die Büroräume noch im Kreuzberger alternativen Projektzentrum Mehringhof, aber schon 1982 zog der AKB in ein eigenes Büro in der Crellestraße 21. Das Büro wurde im Rotationsprinzip besetzt, ein Element der Selbstverwaltung. Weitere Merkmale waren das Mittwochsplenum, an dem alle mitbestimmten, gleicher Lohn und die Organisation der Pflege in kleinen Gruppen. Die KollegInnen fuhren mit dem Rad, bald grenzten sie das Einzugsgebiet auf Schöneberg ein.

Der lang diskutierte Eintritt in den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPW) erfolgte 1982. Der Beginn der Senatsförderung ermöglichte 1983 die Angleichung der Gehälter an den Bundesangestelltentarif (BAT).

Entwicklung

Nach der Konsolidierungsphase war Freiraum für neue Projekte. Es wurde ein Film - Hauskrankenpflege im Kiez - gedreht, der 1992 fertig wurde. Im Jahr darauf fand eine 9-tägige Reise mit unseren PatientInnen statt, und wir starteten ein Gartenprojekt auf dem BuGa-Gelände.

Mit Einführung der Pflegeversicherung standen politische Aktivitäten im Vordergrund. Zusammen mit anderen Sozialstationen im DPW engagierten wir uns gegen das neue Abrechnungssystem (Modulsystem), das die Pflege auf einzelne Tätigkeiten reduzierte. Der Widerstand konnte zusätzliche Module über das Sozialamt erreichen, durch das die Bedürfnisse einzelner PatientInnengruppen (geronto-psychiatrisch Erkrankte, junge Erwachsene) besser berücksichtigt werden.

1996 feierte der AKB sein 15-jähriges Bestehen mit Herausgabe eines Konzeptes zur Sterbepflege. Bis 1999 arbeitete sich das Team verstärkt in die naturheilkundliche Pflege und die Pflege von MigrantInnen ein. Wir begannen mit der Systematisierung der internen Qualitätssicherung.

1998 zogen wir in die Crellestrasse 13. Da die Anforderungen an die Büroarbeit so gewachsen waren, gaben wir die jährliche Rotation der Bürobesetzung auf.

Wieder war politisches Engagement gefragt. Im Jahr 2000 kürzten die Krankenkassen die Entgelte um 20 %, wir traten einem anderen Verband bei und engagierten uns in den nächsten Jahren für die Verbesserung der Konditionen.

Ab 2002 folgte eine Ruhephase. Der AKB erhielt eine Internetseite, die Büroräume wurden renoviert, und 2004 nahmen wir das erste Mal an der neu entwickelten Qualitätsanalyse des Arbeitgeberverbandes im Gesundheitswesen (AVG) teil, um den formalen Aspekt unserer Qualitätsentwicklung zu überprüfen und uns auf die 1. Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen vorzubereiten.

Unser 25-jähriges Bestehen feierten wir 2006 mit einem Empfang und der Herausgabe einer Broschüre. Wir ließen eine Trennwand in den großen Büroraum einbauen. Die Büroarbeit hatte so zugenommen, daß eine Trennung von Schreibtisch und Pausenraum notwendig wurde.

Aktuelle Situation

Die folgenden Jahre standen im Zeichen der externen Qualitätssicherung. 2007 und 2009 ließen wir zwei Qualitätsanalysen durch den AVG durchführen und im November 2008 erfolgte die erste Prüfung durch den MDK.

In den letzten Jahren legen wir besonderen Wert auf Maßnahmen der Gesundheitserhaltung und Arbeitsplatzgestaltung für uns MitarbeiterInnen. Wir wollen unsere Arbeit so gestalten, daß die Arbeit Freude bereitet und wir in Zeiten von Pflegekräftemangel auch in Zukunft engagierte KollegInnen finden. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt Kinästhetik, ein Konzept der Bewegungsförderung.

Auf daß unser vielseitig kreatives Potential uns weiterhin neue Wege erschließt!